Ob Atlas Mountain-Race, Race Around Rwanda oder beim Transcontinental Race – bei Gravelrennen über mehrere Tage sind immer öfter Gepäckträger-Lösungen für den Transport von Schlafsack, Luftmatratze und Co. zu sehen. Galten Gepäckträger am Gravelbike früher fast als verpönt, erfreuen sich moderne Modelle beim Ultracycling und Bikepacking immer größerer Beliebtheit. Wir stellen dir diese spannenden Gadgets vor und zeigen dir Vor- und Nachteile auf.
Die Vor- und Nachteile
Einige werden es sicherlich kennen: Die berühmte A...rakete ist einfach nicht hundertprozentig wackel- und schwingfrei an Sattel und Sattelstütze zu montieren. Gerade im Wiegetritt schaukelt sich das System gerne auf. Um diese Satteltaschen so fest wie möglich zu befestigen, bedarf es durchdachten Befüllens der Tasche. Je größer die Saddlebag, desto schwieriger wird es, das Resultat ist oft nicht befriedigend.
Mittlerweile haben einige Hersteller schnell montierbare Racks im Programm. Vorteil: Geht es auf Bikepacking-Tour, ist das Gepäck zügig und wackelfrei montiert. Zudem bieten die Hersteller oftmals selbst die passenden Taschen dazu an, die sich leicht anklicken oder verschrauben lassen. Zu Hause ist der Gepäckträger bei Nichtgebrauch schnell wieder abmontiert, der cleane Look des Gravelbikes wiederhergestellt und das nächste Gravelrennen kann kommen.
Nachteil solcher Racks ist das Mehrgewicht, was diese Systeme zwangsläufig mitbringen. Dazu sollte man wissen, dass nicht jedes Rad die passenden Aufnahmen hat und du daher beim Kauf darauf achten solltest, dass die Hersteller entsprechende Adapter für Steckachsen oder Sattelklemmen im Programm haben. Auch die Kosten können sich je nach System im Portemonnaie niederschlagen.

Für mich haben solche oftmals minimalistischen Racks gegenüber den fest installierten klassischen Gepäckträgern einige Vorteile zu bieten. Die Flexibilität dabei der größte Pluspunkt. So kann ich mit dem Gravelbike beispielsweise schnell zum Einkaufen fahren, um hinterher im cleanen Look beim Gravelrennen mit Vollgas über die Schotterpiste zu flitzen. Zudem bieten mir diese Systeme auch bei längeren Bikepacking-Events die Möglichkeit Gepäck ohne nerviges Aufschaukeln mitzuführen.

Das Tailfin CargoPack ist ein hochwertiges, in der Ultracycling-Szene äußerst beliebtes Bikepacking-Gepäcksystem, das auf eine besonders stabile, gravel- und rennradtaugliche Lösung für schwerere oder voluminöse Ladung zielt. Im Kern ist es eine große, wetterfeste Tasche, die für die Montage am Tailfin-Trägersystem bzw. an dessen Befestigungspunkten ausgelegt ist und dadurch deutlich weniger wackelt als viele klassische Satteltaschen. Es lässt sich zudem dank der mitgelieferten eigenen Steckachse schnell und einfach montieren und wieder abnehmen. Das CargoPack sitzt sauber hinter dem Sattel, bleibt auch bei Wiegetritt und ruppigen Passagen formstabil und bietet viel Stauraum für Ausrüstung, Verpflegung oder Kleidung – interessant für Ultracycling, Brevets und schnelle Touren, bei denen effizientes Packen und zuverlässiger Zugriff zählen. Je nach Setup lässt sich das System modular ergänzen (z. B. mit weiteren Taschen/Seitenteilen am Tailfin-Rack, mit weiteren Kosten verbunden), wodurch man das Volumen an Tourlänge und Jahreszeit anpassen kann. Zu beachten sind die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten, die je nach Konfiguration über 700 Euro und mehr betragen können, und die Abhängigkeit von passenden Tailfin-Komponenten bzw. die Kompatibilität am Rad (Achse/Adapter). Insgesamt ist das CargoPack eine sehr "saubere" Premium-Lösung für alle, die Stabilität, Aerodynamik und schnellen Zugriff höher gewichten als ein minimales Budget.
⚖️ Gewicht: 1129 g (Alu,mit Fast-Release Dropout) / 922 g (Carbon, mit Fast-Release Dropout)
🧳 Zuladung: 9 kg oberhalb/ an den Seiten zusätzlich je 9kg
💶 Preis: 425 Euro (Alu, Tasche fest am Rack) / 560 Euro (Carbon, Tasche fest am Rack)
🛜 Tailfin

Das Ortlieb Quick Rack ist sowohl praktisch im Alltag als auch beim Bikepacking.
Das Ortlieb Quick Rack ist ein leichter Hinterradgepäckträger, der die Vorteile von Gepäckträger und Bikepacking-Setup verbindet. Er lässt sich ohne großen Aufwand in kurzer Zeit montieren und bei Bedarf ebenso schnell wieder abnehmen – praktisch, wenn das Rad im Alltag "nackt" bleiben soll, auf Tour aber mit Packtaschen fahren soll. Mit einer Zuladung von 20 kg eignet er sich für Pendeln, Einkauf und Mehrtagestouren. Das System ist auf Ortlieb-Taschen ausgelegt, funktioniert aber je nach Haken/ Adapter auch mit vielen anderen Seitentaschen. Durch verschiedene Befestigungsoptionen und Adapter lässt sich das Quick Rack an zahlreiche Rahmengeometrien anpassen, auch wenn nicht überall klassische Ösen vorhanden sind. Die Konstruktion ist auf Stabilität und klapperfreien Betrieb ausgelegt. Vier verschiedene Modelle sind erhältlich.
⚖️ Gewicht: 580 g
🧳 Zuladung: 20 kg
💶 Preis: 100 Euro
🛜 Ortlieb
Topeak Tetrarack GR2

Rüttelt nichts: Topeak hat mit dem Tetrarack GR2 und den passenden Taschen ein preisgünstiges System im Portfolio.
Das Topeak Tetrarack GR2 ist ein Gepäckträger mit werkzeugloser Montage. Gut, wenn am Rad keine Montageösen vorhanden sind. Statt verschraubter Montage wird der Träger mit robusten Klett-/Gurtbändern an den Sitzstreben fixiert und lässt sich dadurch relativ schnell an- und abbauen oder auch zwischen verschiedenen Rädern wechseln. Die verstellbare Plattform hilft, den Gepäckträger an unterschiedlich breite Sitzstreben anzupassen. Topeak gibt Breiten von 80 mm bis 110 mm an. Prima ist die waagerechte Ausrichtung der Trägerplatte durch Schlitzschienen, der Winkel zur Gabel spielt somit keine Rolle. Gedacht ist das Tetrarack GR2 für leichte und mittlere Zuladungen. Topeak-eigene Taschen mit Quickrack-System oder Klickfix/ RackTime Snapit 1.0 und Vario Systemtaschen können schnell aufgeschoben werden und lassen sich mit einem Tastendruck schnell wieder abnehmen.
⚖️ Gewicht: 950 g
🧳 Zuladung: 9 kg
💶 Preis: 99,95 Euro
🛜 Topeak
Aeroe Spider Rear Rack

Das Aeroe Spider Rear Rack ist ein vielseitiges, offroad-taugliches Hinterrad-Trägersystem für Bikepacking, das ohne klassische Montageösen auskommt. Es wird mit vier per Spannschraube anziehbaren, reißfesten Textilgurten an den gummierten Rahmenadaptern an den Sitzstreben befestigt und kann dadurch an vielen Gravel-, MTB oder Tourenrahmen montiert werden. Statt beim Spider Rear Rack das Verzurren von Drybags im Mittelpunkt: Über modulare "Cradels" (Aufnahmen) lassen sich ein oder mehrere Packsäcke sicher fixieren, z.B. quer oder längs hinter dem Sattel oder zusätzlich seitlich. Zahlreiche Variationen sind möglich. Dabei kannst du die Gepäckaufnahmen je nach Anforderung am Grundträger befestigen. Links und/oder rechts an der Seite des Trägers, oder mittig am Oberbogen. Auch der Spider selbst lässt sich um 90° drehen, um den Winkel des Gepäckstückes anzupassen. Daher auch ideal für Mountainbikes mit Dropperpost. Das System sorgt für eine aufgeräumte, wackelarme Lösung mit gutem Schwerpunkt und viel Einstellbarkeit. Für längere, ruppige Strecken ist der robuste Aufbau ein Plus, die Kontaktstellen am Rahmen sollten aber mit Schutzfolie versehen werden.
⚖️ Gewicht: 949 g
🧳 Zuladung: 5 kg (Spider)
💶 Preis: 159,95 Euro
🛜 Aeroe





