
Shimano war lange Zeit ein zentraler Player im E-Bike-Markt – und das zu Recht. Mit seinem Steps-System hat der japanische Hersteller die Mittelmotoren seit Jahren konsequent weiterentwickelt und deckt praktisch jeden Einsatzzweck ab: vom leichten City- und Tourenantrieb über kräftige Uphill-Motoren für E-MTBs bis hin zu robusten Cargo-Antrieben. Besonders beeindruckend ist die Offenheit des Systems gegenüber unterschiedlichen Akkus. Während Bosch sein System strikt in sich geschlossen hält, erlaubt Shimano Herstellern, eigene Energiespeicher zu integrieren. Das eröffnet für Hersteller wie Canyon die Möglichkeit, bis zu 900 Wh starke Akkus zu verbauen.
Bei der Motorleistung spielt Shimano auf dem Papier aber nicht mehr in der ersten Liga: Die EP8- und EP6-Motoren liefern "nur" 85 Nm und bis zu 400 % Unterstützung, während Einsteiger- und Tourenantriebe wie der E5000 oder E6100 sich leistungsseitig hinten anstellen müssen. Die Neuheiten EP5 und E5100 zeigen, dass Shimano die Basis weiter verbessert und Einsteigern sowie Touren-Fahrern moderne Features wie Auto-Shift und App-Anbindung bietet.
Kritisch betrachtet bleibt Shimano im Bereich Infotainment konservativ. Farbdisplays mit Navigation oder umfangreiche digitale Schnittstellen sucht man nach wie vor vergeblich – hier hinkt man hinter Bosch und manchen Newcomern hinterher. Gleiches gilt für die optische Präsentation am Lenker, die oft eher nüchtern wirkt. Doch für viele Fahrende zählt ohnehin die Praxis: zuverlässige Motorleistung, einfache Wartung und ein breites Händlernetz.
In Summe zeigt Shimano 2026 ein System, das in Sachen Technik, Vielseitigkeit und Alltagstauglichkeit überzeugt, aber bewusst auf digitale Spielereien verzichtet. Wer auf Touren, Cargobikes oder E-MTBs setzt und Wert auf verlässliche, individuell anpassbare Antriebe legt, findet in Shimano nach wie vor einen starken Partner – auch wenn der Innovationsdruck im Puncto Leistung und Infotainment-Bereich steigt.
Shimano E-Bike-System: Motoren, Akkus, Software & Zukunft
Shimano ist einer der bekanntesten Fahrradkomponenten-Hersteller und mit seinem Steps-System seit 2014 einer der führenden Anbieter von Mittelmotoren, neben Bosch. Die Motoren sind auf unterschiedliche Einsatzzwecke abgestimmt und liegen leistungsmäßig auf Augenhöhe mit Bosch. Shimano punktet besonders durch Flexibilität bei der Akku-Auswahl – Fremdhersteller können integriert werden, was z. B. Canyons EP8-E-MTBs Akkus mit bis zu 900 Wh ermöglicht. Nachteile: Infotainment-Features sind konservativ, große Farbdisplays mit Navigation fehlen, dafür gibt es Automatik-Schaltungen, Rücktritt und optionale ABS-Systeme.
Shimano E-Bike-Motoren: Für jeden etwas dabei

Shimanos Motorenpalette reicht von kleinen, sanften Antrieben für Einsteiger und City-/Tourenräder bis hin zu kräftigen Motoren für E-MTBs und Cargo-Bikes. Im Einsteiger- und Stadteinsatz deckt der E5000 mit 40 Nm Drehmoment und maximal 420 W Leistung kurze Touren und Pendelstrecken ab. Er ist kompatibel mit zahlreichen Brems- und Schaltsystemen und bietet mit der Nexus Inter 5 eine vollautomatische Schaltfunktion. Der E6100 ist ein sanfter Tourenantrieb mit 50 bis 60 Nm und bis zu 500 W, dessen Fahrcharakteristik individualisierbar ist; er unterstützt alle Bremssysteme, eignet sich jedoch weniger für steile Bergfahrten. Für Cargo- und Transport-E-Bikes hat Shimano den EP801 Cargo, EP600 Cargo und E6100 Cargo im Programm. Alle drei liefern 500 W, die EP-Motoren bis zu 85 Nm, der E6100 Cargo 60 Nm, und sind auf beladene Bikes sowie niedrige Drehzahlen optimiert. Für E-MTBs und Uphill-Abenteuer stehen die EP8(01), EP600 und E7000 mit bis zu 85 Nm und bis zu 400 % Unterstützung bereit; sie bieten eine natürliche Leistungsabgabe und Offenheit für unterschiedliche Akkus, wobei der E7000 mit 60 Nm etwas schwächer ausfällt. Neu im Jahr 2026 sind der EP5, ein Einsteiger-Mittelmotor mit 60 Nm und 250 W Dauerleistung, Auto-Shift und Di2-Kompatibilität, sowie der E5100, der den E5000 ersetzt, 50 Nm bietet, E-Tube-App-kompatibel ist und verbesserte Reichweite sowie zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten ermöglicht.
Akkus: Der E-Bike-Hersteller entscheidet
Shimano erlaubt den Einbau von Fremdhersteller-Akkus, was besonders E-MTBs von Canyon mit bis zu 900 Wh ermöglicht. Diese Offenheit erlaubt Herstellern flexible Akku-Lösungen je nach Reichweiten- und Einsatzanforderung.
Software & Features: Betagt, aber alles andere als schlecht

Die E-Tube-App bietet Individualisierung der Motorcharakteristik und Kompatibilität mit Di2-Schaltungen. Das Infotainment bleibt konservativ: Farbdisplays mit Navigation sucht man bei Shimano vergeblich. Dafür punktet Shimano mit Automatikschaltungen, optionalem Rücktritt und ABS in Kooperation mit Blubrake und Bosch.
Die Shimano-Motoren 2026 im Vergleich: EP801, EP601, EP5 und mehr
Markt & Ausblick: Schwächelt Shimano?
Shimano bleibt bei Leistung und Händlernetz stark, besonders bei Mittelmotoren für Touren, Cargo und E-MTBs. Einschränkungen gibt es bei Infotainment, Display-Peripherie und Bergtouren-kompatiblen Spitzenmotoren. Die Offenheit bei Akkus und die zuverlässige Motorleistung sichern die Marktposition, auch wenn der Innovationsdruck bei smarten Features steigt.





