Cannondale CAAD14 im ersten Test: Eine Legende aus Aluminium kehrt zurück

Cannondale CAAD14 im ersten Test
Eine Legende aus Aluminium kehrt zurück

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.03.2026
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Seit sage und schreibe 43 Jahren baut Cannondale CAAD-Rahmen aus Aluminium. Wer weiß, wofür die Abkürzung CAAD steht? Auflösung am Ende des Artikels! Legendär waren nicht zuletzt die CAAD3- und CAAD4-Rahmen, auf denen Mario Cipollini in den 1990er Jahren von Sieg zu Sieg sprintete. Nun kommt die 14. Generation auf den Markt – könnte man meinen. Doch die US-Amerikaner haben sich eine Generation gespart – und sind von CAAD10 direkt zu CAAD12 gesprungen. Losgelöst von solchen Zahlendrehereien stellt sich der brandneue US-Flitzer umgehend dem ROADBIKE-Test.

Kurz & knapp: Cannondale CAAD14

  • neueste Generation des Aluminium-Rennrads
  • Rahmengewicht laut Hersteller: 1280 g (RAW-Finish) bzw. 1410 g (lackiert)
  • sportliche Geometrie, ausgelegt für Road & Race
  • Maximale Reifenfreiheit: 32 mm
  • klassisches BSA-Lager, UDH-ready, 27,2 mm-Sattelstütze
  • sechs Rahmengrößen
  • drei Ausstattungsvarianten zwischen 2499 und 7499 Euro
  • Rahmen-Set in zwei Farboptionen erhältlich für 1799 Euro
Klassisch geschraubtes BSA-Tretlager am Cannondale CAAD14
Bjoern Haenssler

Erster Test

Dass seit den Siegen des exzentrischen Italieners Cipollini technisch einiges passiert ist, sieht man auf den ersten Blick: Mit Scheibenbremsen, Elektroschaltung, Hochprofillaufrädern, One-Piece-Cockpit, integrierten Bremsleitungen und UDH-Schaltauge zeigt sich das Rad auf Höhe der Zeit. Von den drei erhältlichen Ausstattungsvarianten, die zwischen 2499 und 7499 Euro kosten, haben wir dem Top-Modell auf den Zahn gefühlt: dem neuen Cannondale CAAD14 1. Selbiges kommt mit Sram Force AXS-Antrieb, Reserve-Laufrädern und One-Piece-Cockpit für besagte 7499 Euro.

Der Einfach-Antrieb verdeutlicht den progressiven Anspruch – und die klare Ausrichtung auf den Rennsport. Mit BSA-Tretlager und nahezu waagerechtem Oberrohr bietet das CAAD14 aber auch klassische Elemente. Das Rahmen-Set (1799 Euro) gibt’s übrigens auch im Cipollini-/Saeco-Rot der 1990er.

1-fach-Antriebsstrang am Cannondale CAAD14
Bjoern Haenssler

Im Sattel zeigt sich vom ersten Meter die sportliche Ausrichtung des CAAD14: Das recht leichte Rad beschleunigt beherzt, rollt schnell und lenkt sich ausgesprochen wendig. In Kurven kippt es fast schon nervös ab, was auch an den Aero-Laufrädern liegen kann, die mit immerhin 57 bzw. 64 Millimeter hohen Felgen durchaus sensibel auf Lenkbewegungen und Seitenwind reagieren. Bei Windstille war hingegen beeindruckend, wie spurstabil die Laufräder selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 60 km/h rollen. Hohes Tempo hält das CAAD14 allgemein dank ordentlicher Laufruhe sehr gut. Und es will schnell gefahren werden, kein Zweifel.

Verantwortlich dafür ist natürlich nicht zuletzt die Geometrie: Dank niedriger Front lastet viel Gewicht auf den Armen, der Oberkörper geht tief runter, zumal im Unterlenker, die Sitzposition ist gestreckt. So möchte man mit dem CAAD14 vor allem bei Rundstreckenrennen um die Kurven fetzen oder bei sportlichen Ausfahrten über die Wellen drücken. Längere Anstiege könnten problematisch werden, stößt man dabei doch aufgrund der knackigen 1 × 13-Übersetzung irgendwann an seine Grenzen. Wem diese kompromisslose Ausrichtung nicht taugt, greift zum CAAD14 2 mit Sram Rival AXS-Antrieb mit zwei Kettenblättern (Kostenpunkt: 3999 Euro) oder zum ebenfalls 2-fach-ausgestatteten Einstiegsmodell CAAD14 3 mit mechanischer Shimano 105 für 2499 Euro.

One-Piece-Cockpit am Cannondale CAAD14
Bjoern Haenssler

Zwei Kritikpunkte am getesteten Top-Modell CAAD14 1: Angesichts des Preises sind die funktionalen, aber im DT Swiss-Portfolio eher unten angesiedelten 370er-Naben in den Laufrädern fast schon frech. Und das One-Piece-Cockpit ist teils etwas scharfkantig – Geschmackssache beim Greifen, unangenehm, wenn man im Wiegetritt mit dem Knie dagegen stößt! Der nur durchschnittliche Komfort-Messwert ist auch der Rahmenform geschuldet – die Sattelstütze kommt mit wenig Auszug. Dennoch fuhr sich das CAAD14 nicht auffällig hart, die Reifen bügeln so manche Unebenheit der Straße glatt. Und so macht es ordentlich Spaß: das Cannondale Advanced Aluminium Design 14, kurz CAAD14.

Moritz Pfeiffer
Moritz Pfeiffer
Redaktionsleiter