Die Tour de France 2027 führt vom 2. bis 25. Juli über 3.479 Kilometer und 53.450 Höhenmeter. Auf dem Programm stehen 21 Etappen: sieben flache, sechs hügelige und sechs Bergetappen sowie zwei Einzelzeitfahren. Drei Ruhetage sind eingeplant.

Der Grand Depart findet diesmal auf der Insel in Edinburgh statt.
Der Grand Départ
Der Grand Départ 2027 ist in Edinburgh, die ersten drei Etappen verlaufen durch Schottland, England und Wales, danach geht es in Frankreich weiter.
Schon auf der Insel könnten die Sprinter gefordert sein. Die Auftaktetappe von Edinburgh nach Carlisle ist 185 Kilometer lang und führt über die Côte de Melrose. Ein Sprint um den Etappensieg ist möglich, doch der Anstieg bietet auch eine erste Gelegenheit, Punkte für das Bergtrikot zu sammeln. Tags darauf warten auf dem 223 Kilometer langen Weg von Keswick nach Liverpool fünf kategorisierte Anstiege. An der Küste könnte außerdem Wind das Feld auseinanderziehen. Auch die dritte Etappe nach Cardiff ist 223 Kilometer lang. Sie führt über sieben walisische Anstiege; die steilen Rampen vor dem Ziel könnten eher den Puncheuren als den Sprintern liegen.

Dürfte erneut wieder für unfassbares Spektakel am Streckenrand und dem Kopfsteinpflaster sorgen, wenn es an Montmartre vorbeigeht.
Auf heimischem Boden in Frankreich
In Frankreich geht es zunächst hügelig weiter. Die vierte Etappe rund um Cherbourg-en-Cotentin führt über Küstenstraßen, auf denen Wind eine Rolle spielen dürfte. Mit der Côte du Becquet und einem ansteigenden Finale haben kräftige Puncheure oder vielleicht sogar Sprinter gute Chancen. Am nächsten Tag steht in Plumelec dann die doppelte Auffahrt zur Côte de Cadoudal an. Das dürfte explosiveren Fahrern entgegenkommen, denen kurze, knackige Anstiege liegen.
Ein erster Vergleich der Klassementfahrer folgt möglicherweise auf der siebten Etappe: Das Einzelzeitfahren von Blois nach Chambord ist 38 Kilometer lang. Zeitfahrspezialisten, wie Remco Evenepoel, könnten hier einen Vorsprung herausfahren, bevor es in die Berge geht. Die nächste Etappe führt dann über 224 Kilometer durch den Morvan nach Le Creusot. Der Anstieg zum Signal d’Uchon und weitere Schwierigkeiten aufgrund des Streckenprofils könnten Ausreißern eine Chance geben. Auch offensiv fahrenden Klassementfahrern dürfte die Strecke liegen.
Die erste große Bergprüfung wartet auf Etappe neun auf die Fahrer. Sie führt über 162 Kilometer von Villars-les-Dombes hinauf zum legendären Grand Colombier. Mehrere kategorisierte Anstiege steigern sich hier bis zum Schlussanstieg. Die Kletterer könnten erstmals größere Abstände herausfahren.

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Die Berge rufen
Danach folgen zwei anspruchsvolle Tage in den Alpen. Auf dem Weg nach Sallanches stehen unter anderem der Plan du Salève und eine zweite Auffahrt zur Côte de Domancy auf dem Programm. Am nächsten Tag geht es von Cluses nach Les Saisies, mit dem Col du Pré und der Montée de Bisanne als Höhepunkten. Nicht zu unterschätzen: In den letzten 50 Kilometern warten rund 25 Kletterkilometer mit etwa acht Prozent Steigung. Gleichzeitig ist dies die höchste und höhenmeterreichste Etappe der Alpen.
Eine weitere mögliche Schlüssel-Etappe führt von Montpellier nach Mende. Auf 199 Kilometern kommen knackige 4300 Höhenmeter zusammen. Das könnte Ausreißern und kletterstarken Fahrern entgegenkommen. Für Sprinter bieten sich später Etappen nach Valence oder von Aubenas nach Montpellier an – sofern Wind und Rennverlauf einen Massensprint zulassen.
Das zweite Zeitfahren findet auf Etappe 16 rund um Toulouse statt und ist 33 Kilometer lang. Zusammen kommen die beiden Einzelzeitfahren auf 71 Kilometer. Eine längere Zeitfahrdistanz gab es bei der Tour zuletzt 2012. Wer in den Bergen Zeit verliert, könnte hier etwas davon zurückholen. Für die Kletterer wird der folgende Pyrenäen-Abschnitt umso wichtiger.

Ein altbekannter Anstieg wird wieder bezwungen werden müssen: der Col du Portet.
Besonders die 18. Etappe von Pau zum Col du Portet könnte das Gesamtklassement prägen. Der Zielort liegt auf 2215 Metern – dem höchsten Punkt der Tour 2027. Auch der Tourmalet gehört zu den markanten Bergen des Rennens. Zum Abschluss führt die 116 Kilometer lange Schlussetappe von Saint-Quentin-en-Yvelines nach Paris. Der Kurs verläuft, entgegen den kursierenden Gerüchten, dass er 2027 ausgelassen wird, doch wieder über Montmartre (wir erinnern uns an die spektakulären Bilder der letzten beiden Jahre) und die Champs-Élysées. Die kurzen, steilen Anstiege könnten den üblichen Sprint erschweren und Puncheuren eine Chance geben.





