Specialized Levo R - E-Trailbike neu gedacht

Das Ur-Levo als Spaßbike der neuesten Generation
Specialized Levo R - E-Trailbike neu gedacht

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.02.2026
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Über 10 Jahre ist es her, dass Specialized mit dem Turbo Levo den damals wie heute hart umkämpften Markt der E-MTBs enterte. Mit revolutionärer Integration, eigener App und ausgereiftem Handling setzte der Erstling seinerzeit einen Meilenstein. Mit 90 Nm Drehmoment bei 600 Watt, dazu ein 504-Wh-Akku, war es damals richtig stark. Heute braucht es mehr, klar.

Auf seine Wurzeln besinnt sich das neue Levo R dagegen in zwei anderen Punkten: Es rollt wie sein Urahn auf Twentyniner-Laufrädern vorn wie hinten und bleibt mit 140 mm Federweg an der Front und 130 mm am Heck im moderaten Trail-Bereich.

Kurz und knapp: Specialized Turbo Levo R (2026)

  • Nun mit 105 bzw. 111 Nm (810 und 850 Watt maximale Unterstützung)
  • 29-Zoll-Laufräder vorne und hinten
  • 140 mm Hub vorne, 130 am Heck
  • Neu entwickelter Carbonrahmen mit möglicher Geometrieverstellung
  • Komplettbikes ab 7999 Euro

Mehr zum Levo 4 findest du hier:

Neuester Motor an Bord: S-Works und 3.1-System

Wie das im Vorjahr vorgestellte Levo 4 mit Mullet-Setup (160/150 mm), das klar im E-All-Mountain-Segment angesiedelt ist, kommt auch das R mit modernem Motorensystem: Der stärkere S-Works-Motor ist dem Topmodell vorbehalten, alle anderen Bikes kommen mit dem 3.1-Antrieb, der nun maximal 105 Nm bei 810 Watt leistet.

Neu an Bord: das MasterMind-T3-Display mit gestochen scharfer Auflösung (368 × 448 Pixel). Die verschiedenen Screens lassen sich per App individuell konfigurieren – sogar ein eigener Pausenscreen ist möglich. Dazu kommen Drittanbieter-Integrationen wie Strava oder Garmin Connect sowie Apples "Find My"-Funktion zur Ortung bei Diebstahl. Over-the-Air-Updates halten das System künftig aktuell. Energie bunkert serienmäßig ein entnehmbarer 840-Wh-Akku im voluminösen Unterrohr. Optional gibt es einen leichteren 600-Wh-Speicher für kurze Hausrunden.

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Schnellladen? Kein Problem!

Zum Schnellladen bietet Specialized einen Supercharger an (serienmäßig beim S-Works), der den Akku in unter 60 Minuten von 0 auf 80 Prozent bringt und verschiedene, teils sogar akkuschonende Lademodi bereithält. Das Standardladegerät benötigt dafür immerhin rund 90 Minuten. Praktisch: Über dem Akku bleibt Platz für eine integrierte Tasche im Unterrohr – und das schnell erreichbare Minitool im Gabelschaft ist ebenfalls wieder an Bord. Als kurzhubigstes E-MTB im Portfolio von Specialized erhält das Levo R einen neu entwickelten Rahmen.

Moderne, anpassbare Geo und schicke (Leichtbau)-Features

Die Geometrie ist vielseitig einstellbar: Der Lenkwinkel lässt sich um ±1 Grad variieren, Tretlagerhöhe und Kettenstrebenlänge sind per Flipchip anpassbar. Spürbar, aber nicht extrem. Typisch Specialized, stehen für jede Körpergröße bis zu drei Rahmengrößen zur Wahl.

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Reach und Stack variieren deutlich, sodass vom verspielten bis zum laufruhigen Setup alles möglich ist. Die Kettenstreben wachsen allerdings – abgesehen von der Flip-Chip-Stellung – nicht mit der Rahmengröße. Größe S1 kommt im Mullet-Trim (mit 29-/27,5 vorn/hinten). Neu ist auch das Monocoque-Carbon-Cockpit, das am Topmodell S-Works serienmäßig kommt. Damit wird ein Fabelgewicht von 21,2 kg für das Komplettbike mit 800-Wh-Akku möglich.

Die S-Works, Pro und Comp-Modelle

Preislich startet die Familie mit dem Comp-Modell. Darüber rangiert das Expert mit besserer Ausstattung samt elektronischer Schaltung, Carbonlaufrädern und Fox-Performance-Elite-Fahrwerk für 9999 Euro. Das S-Works mit Top-Ausstattung markiert mit 13 999 Euro die Spitze. Alle Modelle kommen mit lebenslanger Lager-Garantie (und kostenlosem Ersatz) bei Registrierung.

Für 7999 Euro erhält man die Eintrittskarte zum Levo R: Das Comp-Modell kommt mit zwei Farboptionen daher und ist mit der elektronischen Sram-Transmission-S1000-Schaltung ausgestattet, für Verzögerung sorgt die Sram-Motive-Vierkolbenbremse in der Bronze-Ausführung. Bei der Bereifung steht es dem Topmodell ebenso wie bei Rahmengüteklasse (Fact-11m-Carbon) und Display im Oberrohr in nichts nach. Die Laufräder sind dafür aus Aluminium. Die leichte Fox-36-SL-Gabel sowie der Genie-Performance-Dämpfer kommen mit simplerer Dämpfung. Gewicht? Laut Hersteller in Rahmengröße S3 schlanke 22,3 kg.

Serienmäßig mit Genie-Dämpfer

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Alle Modelle setzen auf das speziell abgestimmte Fahrwerk mit dem hauseigenen Genie-Dämpfer, bekannt von Stumpjumper und anderen Levo-Modellen. Dessen Besonderheit: Neben der Hauptluftkammer arbeiten zwei sogenannte Air Sleeves. Zu Beginn des Hubs vergrößern sie das Volumen der Positivkammer – das Ansprechverhalten wird spürbar sensibler.

In den letzten 30 Prozent des Federwegs überdeckt die Kolbenstange die Öffnungen, das Volumen reduziert sich, die Kennlinie wird progressiver. Ergebnis: mehr Gegendruck im Endbereich effizientere Nutzung des Federwegs und ein satteres Fahrgefühl. Das Setup lässt sich mit diversen Spacern feinjustieren.

Erster Test: Specialized Turbo Levo R S-Works

Trail-Hardtail-Test
Lukas Hoffmann
Redakteur