Giant Trance X E+
Giants neues Leichtkraftrad

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Die neue Light-E-Bike-Klasse hat unter dem Motto "abgespeckt und abgeschwächt" E-MTBs revolutioniert – doch Branchenriese Giant geht mit dem Trance trotz Leichtbau einen anderen Weg, spendiert ihm brandneue Akku-Zellen und einen richtig saftigen Motor. Wir haben alle Infos zu Giants neuem Trance X E!

Giant Trance X E+ Elite 2023
Foto: Sterling Lorence
In diesem Artikel:
  • Kurz & knapp
  • Giant Trance X E+: Ein Mittelding aus All-Mountain und Trailbike
  • Die Ausstattung: voll carbonisiert und digitalisiert
  • So fährt es sich das Giant Trance X E+
  • Kurz-Fazit
  • Stärken und Schwächen
  • Die Modelle im Überblick

Kurz & knapp

  • Mittelding aus Trailbike und E-Allmountain, 150/140 mm Federweg
  • Bäriger, 85 Nm starker Motor
  • kleiner Akku mit 400 Wh, optional 200-Wh-Extender
  • Mit um die 19,5 Kilo recht leicht
  • Drei Modelle, von 6799 bis 12999 Euro

Eigentlich ist das Rezept hinter den boomenden Light-E-MTBs simpel: Man nehme einen kleinen und leichten Motor, der wenig Leistung bietet und somit stromsparend agiert. Das wiederum ermöglicht kleine, sehr leichte Akkus. Mit der flammneuen Elite-Plattform des Trance X E+ geht Giant einen anderen Weg. Im Herzen des Carbonis pocht der aus den "Full-Size"-E-Bikes der Taiwaner bekannte, durchzugsstarke, von Yamaha gebaute Syncdrive-Pro-Motor. Und anders als beim ähnlich klingenden Konzept von Orbea (mit Shimano-Motor) liefert das Aggregat die volle "Schlagzahl" von 85 Nm, ist nicht in seiner Leistung gedrosselt. Dennoch sorgt ein relativ kleiner 400-Wh-Akku für den nötigen Saft, einen 200-Wh-"Range Extender" gibt es optional. Von Giant zusammen mit Panasonic entwickelte, neue Batteriezellen sollen dennoch hohe Reichweiten erlauben.

Giant Trance X E+: Ein Mittelding aus All-Mountain und Trailbike

Zum Bergrad selbst: 150 mm Federweg vorne und 140 mm heckwärts liegen an, sodass sich das E+ Elite zwischen Trailbike und All-Mountain positioniert. Nicht nur geringes Gewicht, auch hohe Agilität stand im Lastenheft der Entwickler, was den nicht so üppigen Federweg erklärt. Trendgerecht kommt der Neuling im "Mullet"-Aufbau mit 29"-Vorderrad und 27,5" hinten. Mit 447 mm sind die Kettenstreben dennoch nicht ausgesprochen kurz, der Lenkwinkel steht bei moderaten 65,8°, der Sitzwinkel bei 76° – wobei sich die Winkel via "Flip-Chip" um 0,7° ansteilen lassen. Auch der Reach fällt mit um 460 mm in Größe M bzw. um 485 mm in Größe L modern, aber nicht extrem aus.

Die Ausstattung: voll carbonisiert und digitalisiert

Spannende Details lassen sich auch bei der Ausstattung finden. So sind die Griffe in Breite und Durchmesser an die Rahmengrößen angepasst. Auch das einteilige Carbon-Cockpit der beiden Topmodelle ist etwas Besonderes: Es lässt sich in der "Vorbau"-Länge zwischen 40, 45 und 50 mm variieren sowie in Sachen Up- und Backsweep – möglich machen das verschiedene Schalen, auf denen das Cockpit ruht. Drei Modelle ab 6799 Euro bietet Giant an, alle mit Voll-Carbon-Rahmen. Zu unserem Test in Utah, USA, stand das Topmodell mit schnödem Namenszusatz "0" parat. Das ist partstechnisch komplett hochgejazzt, der Preis von 12999 Euro geradezu astronomisch. Dafür gibt es nicht nur edelste Ware, sondern ein digitales Potpourri vom Reifendrucksensor über Funk-Schaltung bis zum elektronischen Fahrwerk. Übrigens: Wer das komplette Bike via Smartphone konfigurieren und überwachen will, benötigt drei Apps (Fox, Giant, Sram)! Zudem belasten die E-Gadgets teils die Waage: Mit knapp 19,5 Kilo in Größe M fällt das Gesamtgewicht angesichts des starken Motors okay aus, ein paar Gramm weniger dürften es dennoch sein.

So fährt es sich das Giant Trance X E+

Funkt und funzt einmal alles, wie es soll, empfängt einen das Trance X E+ Elite mit Giant-typischer Wohlfühlposition. Nicht zu kompakt, nicht zu gestreckt, bestens ins Bike integriert. Im stärksten Modus antwortet der Motor auf jeden kleinsten Pedaldruck mit viel Verve, das Giant schießt überragend leichtfüßig bergauf, die ausgewogene Sitzposition macht auch steile und verblockte Uphills zur Vergnügungsfahrt. Light-EMTB-typisch sollte man mit der Unterstützung aber haushalten. In unserem Test waren im Mischbetrieb locker 1200 Höhenmeter mit einer Akku-Füllung drin, wobei sich der Motor in den Stufen mit geringerer Unterstützung auch harmonisch und gefühlvoll präsentiert. Apropos: Die Modi sind per App anpassbar. Auch das Handling passt zum vergleichsweise "luftigen" Auftritt. Das E+ Elite fährt sich ausgesprochen dynamisch, agil und drehfreudig. Dass es dennoch auch im Groben beruhigend sicher unterwegs ist, liegt am eher langen Heck sowie dem sensibel-schluckfreudigen Fahrwerk mit dem einmal mehr großartigen "Maestro"-Hinterbau.

Kurz-Fazit

Das Trance X E+ Elite positioniert sich zwischen Light- und "Full-Size"-E-MTB – und ist damit aktuell konkurrenzlos. Klasse: Das Handling ist agil, das Fahrwerk exzellent, und die Reichweite liegt auf Augenhöhe zur Konkurrenz."

Stärken und Schwächen

 bärenstarker Motor trotz Light-Konzept

 neue, exklusive Zellentechnologie

 agiles, aber nicht nervöses Handling

 exzellentes Fahrwerk

 absolute Highend-Ausstattung

 astronomischer Preis

 Parts nahe am digitalen Overkill

Die Modelle im Überblick

Modellübersicht Giant Trance X E+ 2023

Modell

Preis

Gewicht

Rahmenmaterial

Größen

Motor und Akku

Fahrwerk

Schaltung

Laufräder

Trance X Advanced E+ Elite 0

12999 Euro

ca. 19,5 kg

Carbon

S, M, L, XL

Giant SyncDrive Pro2 (85Nm), 400 Wh (200 Wh Range-Extender optional)

Fox 36 Factory/Float Factory Live Valve

Sram X01 AXS

Zipp 3Moto (29"/27,5")

Trance X Advanced E+ Elite 1

9999 Euro

k.A.

Carbon

S, M, L, XL

Giant SyncDrive Pro2 (85Nm), 400 Wh (200 Wh Range-Extender optional)

Fox 36 Performance Elite/Float Performance Elite Live Valve

Sram GX AXS

TRX (29"/27,5")

Trance X Advanced E+ Elite 2

6799 Euro

k.A.

Carbon

S, M, L, XL

Giant SyncDrive Pro2 (85Nm), 400 Wh (200 Wh Range-Extender optional)

Fox 36 Performance/Float Performance

Shimano SLX

Giant/Shimano (29"/27,5")

Die aktuelle Ausgabe
06 / 2023

Erscheinungsdatum 02.05.2023