Das Bundeskabinett hat das neue Klimaschutzprogramm 2026 beschlossen. Insgesamt sollen bis 2030 rund acht Milliarden Euro in 67 zusätzliche Maßnahmen fließen, um die gesetzlich festgelegten Klimaziele zu erreichen. Auch der Radverkehr ist Teil des Pakets – allerdings mit Einschränkungen: Zusätzliche Mittel für die Fahrradinfrastruktur sind erst für die Jahre 2029 und 2030 vorgesehen.
349 Millionen Euro für den Radverkehr
Konkret plant die Bundesregierung, rund 349 Millionen Euro zusätzlich in die Förderung des Radverkehrs zu investieren. Damit soll unter anderem die Infrastruktur verbessert werden – ein zentraler Hebel, um mehr Menschen aufs Fahrrad zu bringen.
Doch der späte Zeitpunkt sorgt für Kritik in der Branche. Denn während der Bedarf an sicheren Radwegen und besseren Bedingungen längst hoch ist, fließt das Geld erst in mehreren Jahren.
Für was genau soll das Geld fließen?
Die zusätzlichen Mittel des Bundes sollen gezielt in den weiteren Ausbau der Radinfrastruktur investiert werden. Das Geld soll unter anderem in schnell realisierbare Projekte wie neue Markierungen, bessere Aufteilung des Straßenraums oder zusätzliche Abstellanlagen fließen. Auch der Ausbau in strukturschwachen Regionen sowie die Sanierung bestehender Radwege stehen im Fokus. Ziel ist es, den Radverkehr flächendeckend attraktiver zu machen – in Städten wie auf dem Land.
Branche sieht Fortschritt – und Versäumnisse
Der Branchenverband Zukunft Fahrrad bewertet die zusätzlichen Mittel in einem Statement zum Klimaschutzprogramm grundsätzlich positiv. Geschäftsführer Wasilis von Rauch sieht darin ein Zeichen, dass politischer Druck Wirkung zeigt:
"Die geplanten Investitionen sind ein wichtiger Schritt, um bestehende Defizite bei der Radinfrastruktur zu beheben. Unsichere oder fehlende Radwege würden weiterhin viele Menschen vom Umstieg aufs Fahrrad abhalten – mit negativen Folgen für Klima und Branche."
Gleichzeitig mahnt der Verband, dass die Mittel auch tatsächlich bei Städten und Gemeinden ankommen und verbaut werden müssen. Nur so könne die Infrastruktur spürbar verbessert werden.
Kritik an Kürzungen und fehlender Priorität
Besonders kritisch sieht die Branche, dass parallel Mittel für Fahrradwege an Bundesstraßen im aktuellen Haushalt gekürzt wurden. Hier fordert der Verband ein Umdenken: Investitionen in sichere Radinfrastruktur seien nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Verkehrssicherheit.
E-Bike als Teil der Lösung
Neben klassischer Infrastruktur spielt auch die Elektromobilität eine Rolle im Klimaschutzprogramm. Aus Sicht der Branche müsse dabei stärker auf E-Bikes gesetzt werden. Sie gelten als klimafreundlich, energieeffizient und als wichtiger Treiber für den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad.
Entscheidend sei jedoch, dass Fördermaßnahmen sozial breit aufgestellt werden, damit sich Menschen aller Einkommensgruppen ein E-Bike leisten können.
Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung – mit Verzögerung
Das neue Klimaschutzprogramm zeigt: Das Fahrrad wird als Teil der Verkehrswende anerkannt. Doch die zeitliche Umsetzung wirft Fragen auf. Während der Handlungsdruck im Verkehrssektor hoch ist, kommen zentrale Investitionen in den Radverkehr erst spät.
Hier gehts zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung.
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