Die Gravelbike-WM 2026 in Australien ist Geschichte. Nach der starken Silbermedaille von Rosa Klöser und Platz 4 von Nele Laing im Frauenrennen am Samstag waren am Sonntag die Männer dran. Paul Voß fuhr bis zur finalen Attacke in der Spitzengruppe und kam mit wenigen Sekunden Rückstand auf Platz 5 hinter Sieger Magnus Bak Klaris, Florian Vermeersch und Connor Swift ins Ziel. Wir haben mit ihm gesprochen.
Keine Ahnung. Irgendwie beides. Natürlich bin ich stolz und happy über den fünften Platz. Den kann ich dir vor dem Rennen sofort so unterschrieben. Aber wenn man dann sieht, dass man nicht weit weg von der Medaille war, dann ist natürlich auch ein bisschen Frust dabei. Aber ich konnte in dem Moment halt auch nicht mitfahren, was willst du da machen? Dann sind sieben Sekunden halt einfach sieben Sekunden zu viel. Insofern stehe ich gerade so ein bisschen zwischen den Emotionen. Aber mit ein bisschen Zeit wird dann die Freude überwiegen, hoffe ich.
Ich hatte jetzt keinen richtigen Matchplan. Ich lasse das meistens auf mich zukommen und mache mir vorher taktisch nicht ganz so viele Gedanken. Du weißt ja nie so wirklich, wie die anderen Leute agieren. Das ist hier ja nicht so wie bei einem klassischen Straßenrennen, wo man die Dinge so ein bisschen vorhersagen kann.
Ja, als die Gruppe um Pöstelberger gegangen ist, habe ich mir schon ein bisschen Sorgen gemacht. Er ist ein megastarker Rennfahrer. Zum Glück war die Konstellation dann so, dass wir die Gruppe wieder eingeholt haben. Obwohl ich mich natürlich über eine Medaille für Pösti gefreut hätte. Aber im Rennen schaust du natürlich auch auf dich selbst, dass du erfolgreich bist.

Ein Zebra in Australien? Paul Voß fuhr bei der WM ein Gravelbike im Erlkönig-Look. Ist es ein neues Rose Backroad FF?
Ich hatte von den Beinen her keinen wirklich guten Tag und habe in den Anstiegen immer ein bisschen gestruggelt. Aber ich war auch immer in der Lage, wieder zurückzukommen. Das war so dieser klassische Jo-Jo-Effekt. Offensichtlich war ich also auch gut genug, um vorn mitzufahren. Aber mental war das schon sehr herausfordernd, da fokussiert zu bleiben, immer wieder dranzubleiben und weiter zu pushen. Darauf werde ich sicherlich ein bisschen stolz sein, dass ich einfach nie aufgegeben habe.
Die Strecke war wunderschön und das Rennen top organisiert. Das hat echt Spaß gemacht. Auch die Begegnung mit den Kängurus war interessant. Ich muss sagen, dass es eine würdige Gravel-Weltmeisterschaft war, die auf einem sehr hohen Niveau ausgetragen wurde. Ein geiles Event.
Es gibt Zebras in Australien. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Ja, genau, ich hänge noch Urlaub dran. Erst mal geht es für anderthalb Wochen nach Sydney, dann auf dem Rückweg noch ein paar Tage nach Bangkok und dann wieder nach Hause.





